Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Mehr Grünpfeile an deutschen Kreuzungen

Düsseldorf. Hunderte von Autofahrer-Wünschen zu neuen Grünpfeilen sollen 2011 Wirklichkeit werden. Dieses Ziel hat sich die Initiative „Ja zum Grünen Pfeil“ für das neue Jahr vorgenommen. Zu diesem Zweck haben die drei Partner, der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), die Sachverständigenorganisation DEKRA und der Automobil-Club Verkehr (ACV), heute über 350 neue Grünpfeile deutschlandweit bei den zuständigen Straßenverkehrsbehörden beantragt. Autofahrer konnten und können weiterhin  hier Kreuzungen benennen, an denen ihrer Überzeugung nach der Grünpfeil für den Verkehrsfluss vorteilhaft wäre.

Gemeint ist das Ampelschild mit grünem Pfeil auf schwarzem Grund, das auch bei Rot erlaubt, rechts abzubiegen. In der Folge fließt der Verkehr besser, Autofahrer sind ökonomischer unterwegs, und daraus resultiert eine günstigere Umweltbilanz, erklärte ZDK-Präsident Robert Rademacher bei der Unterzeichnung der Anträge. Vom ZDK errechnet wurde, dass in Deutschland im Jahr über 600 Millionen Liter Kraftstoff unnötig verbraucht werden, weil Rechtsabbieger bei Rot an vielen Kreuzungen oft trotz freier Bahn warten müssen. Über eine Million Tonnen CO2-Ausstoß könnten bei konsequenter Verbreitung des Grünpfeils jährlich vermieden werden.

Nach der Wende wurde diese Verkehrsregel aus den neuen Bundesländern übernommen. Trotz aller positiven Bescheide sind mittlerweile jedoch viele Grünpfeile wieder verschwunden. Oft heißt es, Autofahrer hätten das Prinzip nicht verstanden. Dieser Entwicklung steht laut ACV-Präsident Dr. Jochen Dobring das eindeutige Votum der Autofahrer entgegen. Laut einer Befragung des ACV sind mehr als 96 Prozent für den Grünpfeil. Viele ACV-Mitglieder sind überzeugt, man spare einiges an Sprit. Das sei gut für den Geldbeutel und trage zudem zum Umweltschutz bei. Dieser Auffassung schließt sich auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer an, indem er das gemeinsame Anliegen mit seiner Schirmherrschaft unterstützt.

In der Absicht, den Grünpfeil zu fördern, stützt sich die Initiative unter anderem auf eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST). Diese bescheinigt verringerte Wartezeiten für Rechtsabbieger an Grünpfeil-Kreuzungen von bis zu 60 Prozent und verneint negative Folgen für die Verkehrssicherheit. Allerdings eignet sich nach Angaben von DEKRA Geschäftsführer Dr. Gerd Neumann nicht jede Kreuzung für den Grünpfeil. So dürfe die Ampel nicht der Schulwegsicherung dienen, und beim Rechtsabbiegen dürften keine Gleise gekreuzt werden.

Für Autofahrer, die immer noch unsicher sind, wie sie sich an einer Grünpfeil-Kreuzung verhalten müssen, weiß Dr. Neumann Rat: „Es gelten schlicht die Regeln des Stoppschildes: Vor dem Abbiegen bei Rot erst an der Haltelinie, dann an der Sichtlinie stoppen. Fußgänger, Radfahrer und Querverkehr haben immer Vorrang.“

 
Letzte Änderung: 20.01.2011
 
 

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Im Bild (v. l.): ACV-Präsident Dr. Jochen Dobring, ZDK-Präsident Robert Rademacher, DEKRA-Geschäftsführer Dr. Gerd Neumann.
Foto: ProMotor